Was bedeutet Achtsamkeit? Definition, Alltagstipps und MBSR
Inmitten des Alltagstrubels vom Autopiloten zu innerer Freiheit
Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Augenblick bewusst wahrzunehmen – und dabei eine Haltung der Aufgeschlossenheit für das gesamte Spektrum unserer Erfahrungen zu kultivieren. Diese Aufgeschlossenheit meint, unser gegenwärtiges Erleben weder zu vermeiden oder wegzuschieben, es verändern zu müssen, noch, dem etwas hinzuzufügen oder sich damit zu identifizieren. So erlaubt uns Achtsamkeit, mit klarem und freundlichem Blick auch unangenehme Empfindungen, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen. Dies wiederum eröffnet uns eine große innere Freiheit: Denn erst, wenn wir erkennen, entsteht die Möglichkeit zu entscheiden, ob und wie wir uns auf das Erkannte beziehen wollen. Gut und auch weniger gut ausgetretene Pfade, unsere „roten“ Knöpfe und was gerade hilfreich sein könnte, werden uns so zugänglich.
Achtsam sein ist nichts Kompliziertes. Und dennoch ist es manchmal nicht leicht! Befinden wir uns doch oft im „Autopilot“. Ein ganz alltägliches Beispiel: Wir putzen unsere Zähne und bekommen dabei überhaupt nicht mit, wo wir sind, wer das gerade tut und wie es sich anfühlt, riecht und schmeckt. Stattdessen gehen wir in Gedanken den vor uns liegenden Tag oder die Woche durch, hängen Erinnerungen nach, fantasieren oder sorgen uns über noch nicht Eingetretenes, fällen Urteile und/oder tagträumen. Das ist er, der Autopiloten-Modus.
Was gerade passiert, was wir denken, was wir empfinden, unsere Stimmung und daraus gespeist unser Handeln bleibt manches Mal un- oder lediglich halbbewusst. Zum Glück lässt sich Achtsamkeit, dieses bewusste Erkennen und Anerkennen, wie jede andere Fähigkeit des Geistes, trainieren. Deshalb sprechen wir auch von „Achtsamkeitstraining“. Je öfter wir uns darin üben, desto öfter erinnern wir uns daran, ganz wach und da zu sein – und darauf basierend entscheiden zu können, was, wenn überhaupt, es gerade braucht!
Vor allem das Kursformat „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“, englisch „Mindfulness-Based Stress Reduction“ oder kurz „MBSR“ hat sich als grundlegendes und besterforschtes Achtsamkeitstraining etabliert. Wenn Du magst, lies gerne selbst …
Achte gut auf diesen Tag.
Denn er ist das Leben.
Rumi
Begriffsklärungen rund um Achtsamkeit
- Achtsamkeit ist nicht nur Meditation, aber wir üben sie auch im Rahmen von Meditation. Oder andersherum formuliert: Das ganze Leben kann Meditation/Achtsamkeitspraxis sein. 🙂
- Achtsamkeit ist keine Methode, sondern eine Haltung. Dennoch bedienen wir uns methodischer Zugänge, um diese Haltung zu kultivieren.
- Achtsamkeit und ihre Wirkungen sind wissenschaftlich sehr gut erforscht. Achtsamkeit ist nichts Esoterisches und auch nichts Religiöses.
- Ein Achtsamkeitstraining ist ein Geistestraining, kein Entspannungskurs oder gar Wellness, aber es besteht die Chance, dass sich Entspannung – im Sinne von Gelassenheit – auch mit „Unentspanntem“ einstellt ;-).
- Achtsamkeitsmeditation will nicht Gedankenstille erzeugen, vielmehr lädt sie uns ein, wach für und freundlich mit dem zu sein, was Teil des Momentes ist, auch den kommenden und gehenden Gedanken.
- Achtsamkeitsübungen sind keine Autosuggestionsübungen, und auch keine Trancen oder Traumreisen.
- Bei Achtsamkeit geht es nicht um Meisterschaft, was zählt, ist Dein Bemühen um sie! Und dennoch trägt dieses Bemühen Früchte 😉 … wie geschrieben, die Wirkungen sind gründlich erforscht.
ACHTSAMKEIT INMITTEN – MBSR, Achtsamkeitstraining und Beratung
Sandra Layh
Zert. MBSR-Lehrerin (Level: erfahren), Soz.arb./päd. M.A., syst. Beraterin & Traumapäd. (in Ausb.)
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